Sonntag, 4. September 2005

Notration

Von Nina Streeck

Wer in der Not keine Fliegen essen will, legt einen Vorrat an.
Wer die Bilder aus New Orleans sah, mochte sich, denn selbstbezogen ist der Mensch, fragen: Wäre ich für eine Katastrophe gerüstet? Und sich vielleicht daran erinnern, wie zur Zeit des Kalten Kriegs an jeder Strassenecke Plakate hingen, die gemahnten, sich für schwierige Zeiten essenstechnisch zu wappnen. Ob Einmarsch des Russen oder Atomkrieg – «Kluger Rat – Notvorrat».

Und heute? Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) mahnt noch immer, der eindringliche Appell zur Einlagerung von Dauerwurst, Nudeln und Knäckebrot aber ist einer schüchternen Ermunterung via Internet gewichen. Heute heisst der Notvorrat zeitgemäss Haushaltvorrat und besteht aus Grund-, Ergänzungs- und Getränkevorrat. Während der Hochwasser-Tage entsannen sich immerhin etwa fünfzig Schweizer der alten Parole und erbaten telefonisch Tipps oder eine Infobroschüre zur korrekten Vorkehrung für Krisenzeiten.

Weil im Unterschied zu früher heute in den Läden keine Werbehinweise die Auswahl notvorratgeeigneter Lebensmittel erleichtern, hier die vom BWL empfohlene Einkaufsliste:

1–2 Kilo Reis oder Teigwaren
1–2 Liter / Kilo Öl oder Fett
1–2 Kilo Zucker
Käse
Fleisch-, Fisch-, Frucht- oder Gemüsekonserven
Knäckebrot, Zwieback, Biskuits, Schokolade
Beutelsuppen
Tee, Kaffee, 6 Liter Mineralwasser

Das sollte pro Person für zwei Wochen reichen, sofern nicht noch die ganze Zeit das Wasser ausfällt. Wer für den Notfall allerdings wahrhaft gerüstet sein will, wird auch die «Tipps zur Verwertung der einzelnen Lebensmittel» beherzigen, um wenigstens auf kulinarisch erträglichem Niveau zu darben. Das BWL schlägt unter anderem einen Brunch oder ein kaltes Nachtessen mit Dauerwürsten und Sardinentoast vor und rät zu gedörrten Bohnen mit Speck und Kartoffeln oder zu «Kartoffelfröschen», also mit Wurst und Käse überbackenen Gschwellti. Auch «Pilze bringen zusätzliche Abwechslung und eignen sich gleichzeitig als Gewürz».

Um auch eher Unbekümmerte zum Anlegen eines Haushaltvorrates zu bewegen, verweist das BWL auf die Vorteile im Alltag. Mit den Reserven lasse sich nämlich problemlos ein passables Mahl zaubern, zum Beispiel Gemüsegratin aus Dosen, überbacken mit Käse, oder Schinken auf Sauerkraut – dies für den Notfall in vermeintlich geruhsamen Zeiten, wenn unerwartet Besuch vor der Tür stehe.

Notration, genau. Weshalb beschäftige ich mich mit Notrationen? Mal wieder ein paar Tage bewusst in Not bzw. mit dem Existenzminimum zu leben tut in jeder Hinsicht gut.

10'000 kKoule pro Tag
ca. CHF 10 pro Tag
http://survival.4u.org/vorraete/

Besonders geeignete Inhalte:
- Pastete
- Knäckebrot
- Landjäger
- Schokolade
- Schmelzkäse
- Thunfisch
- Fitness-Riegel
- Studentenfutter

Nie sind einem Früchte so wertvoll wie auf einer langen harten Wanderung. Sie sind dabei ein ungleich grösserer Genuss als an "normalen" Tagen. Allerdings ist ihr hoher Wassergehalt und das damit verbundene Gewicht ein Riesenproblem. Deshalb: Auf Dörrfrüchte wechseln oder während der Wanderung frisch kaufen und gleich verzehren.

Zweck vom Sonnendeck

Das Sonnendeck dient mir als Abstellplatz wichtiger Habseligkeiten wie auch überflüssigen Ballasts. Daneben lässt sichs aber auch ganz gemütlich liegen und der Gelassenheit frönen.

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