Montag, 12. September 2005

Frauen-Träume

Die Berufstätigkeit von Frauen hat sich auf ihre Träume praktisch nicht ausgewirkt. Noch immer handeln ihre Träume vorwiegend von Gefühlen, während sich diejenigen der Männer eher um Beruf und Sex drehen.

Der kleine Unterschied zwischen Frau und Mann besteht auch beim Träumen. Während sich Männer nachts eher mit Gewalt, Sex und Beruf beschäftigen, geht es bei Frauen häufiger um Angehörige und Gefühle. Dies haben deutsche Schlafforscher in einer Langzeitstudie mit mehreren tausend Erwachsenen festgestellt.

Männerträume drehen sich oft um körperliche Aggression und Sexualität. Ausserdem kommen darin mehr Männer als Frauen vor. Häufiger als bei Frauen geht es um die Arbeitswelt, um Waffen und darum, Ziele zu erreichen. Wenn Frauen dagegen von Aggression träumen, richtet sich diese vorwiegend gegen die Schlafende selbst. In ihrem Schlaf geht es häufiger um traurige Dinge oder solche, die depressiv stimmen.

In Frauenträumen kommen beide Geschlechter gleich oft vor. Zentrale Themen sind nahe stehende Personen und Gefühle. Ausserdem träumen sie häufiger als Männer von Innenräumen. Zudem tauchen Haushaltsgegenstände und Kleidungsstücke öfter auf. Obwohl die Arbeitswelt nun ein fester Bestandteil im Leben vieler Frauen ist, träumen sie immer noch deutlich seltener von ihrem Beruf als Männer.
Tausende Interviews ausgewertet
Der Schlafforscher Michael Schredl vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim und Edgar Piel vom Allensbacher Institut für Demoskopie werteten Interviews über Trauminhalte aus den Jahren 1956, 1970, 1981 und 2000 mit mehreren Tausend erwachsenen Männern und Frauen aus.

Die Langzeitanalysen zeigen, dass die Geschlechterunterschiede in den Trauminhalten seit mehr als 40 Jahren gleich geblieben sind. (sbm/sda)

Männermarkt

Von Constantin Seibt
Memo von: Pater Maunzinger
An: Vim vom Weltwoche-Internet-Forum

Ihr Problem: Sie bezweifelten meinen Rat von letzter Woche, dass Zuhören die sicherste Art der Verführung ist. Denn Sie bleiben – obwohl ein guter Zuhörer – einsam.

Die Lage: Meine Argumentation lief etwa wie folgt: Wir verlieben uns nicht in Leute, die brillant sind. Sondern in Leute, in deren Gegenwart wir selbst brillieren. Deshalb ist Zuhören höchst verführerisch. Dabei – ich gebe es zu – habe ich etwas unterschlagen: Zur schweigenden Verführung gehört, dass der Verführer auch anders könnte: selbst brillant sein. Nun, Vim, Sie schreiben: «Ich bin selbst ein einsamer Herr, 31, bin nicht hässlich, nicht blöd. Ich bin auch weder besonders auffällig noch reich, noch mächtig, und genau daran liegt’s.» Später stimmen Sie Ihren Freunden im Forum zu: Diese raten «zu mehr Draufgängertum» und zu einem «schicken Cabrio». Gute Tipps, die nicht ganz den Kern treffen: Denn sonst müssten alle cabriolosen Durchschnittsherren um die dreissig unbeweibt sein. Und zum «Draufgängertum»: Wenig ist schlimmer als ein Melancholiker, der sich vorgenommen hat, den Kerl mit melonengrossen Hoden zu spielen.

Und trotzdem hat der Rat etwas: Sie haben sich fast als eigenschaftslos beschrieben. Doch nur Leidenschaft erzeugt Leidenschaft. Das kann direkte Leidenschaft für die Frau Ihres Herzens sein – ebenso anziehend ist Leidenschaft für eine Sache. Selbst wenn es abseitige Dinge wie Philatelie, Marienkult oder Fussball sind: Menschen lieben Menschen, die etwas lieben. Und indirekte Leidenschaft ist für Ihre Würde auch weit ungefährlicher: «Ein Mann, der einem Hut hinterherläuft, ist nicht halb so lächerlich wie ein Mann, der einer Frau hinterherläuft», wusste schon Chesterton.

Mein Rat: Investieren Sie Ihren Lebensmut in eine Sache. Und haben Sie Geduld: Gerade in Ihrem Alter beginnt Ihre Konkurrenz massiv an Kontur zu verlieren. Erfolgreiche verbeissen sich in die Karriere. Erfolglose verbittern. Dritte verschwinden als gute Väter. Vierte versuchen sich an der ewigen Pubertät. Entspannte einsame Männer ohne schweren Hieb werden bald so begehrt sein wie je nur ein Cabrio. Falls Sie nicht verbittert sind, Vim, ist Ihre Zeit so gut wie gekommen.

PS für die Wartezeit: «Alles, was wir mit Wärme und Enthusiasmus ergreifen, ist eine Art der Liebe» (Wilhelm von Humboldt).

Constantin Seibt ist freier Autor in Zürich.

Zweck vom Sonnendeck

Das Sonnendeck dient mir als Abstellplatz wichtiger Habseligkeiten wie auch überflüssigen Ballasts. Daneben lässt sichs aber auch ganz gemütlich liegen und der Gelassenheit frönen.

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